„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“ Prediger 4, 6
Liebe Geschwister,
der Verfasser des Predigerbuches stellt hier zwei Lebensweisen einander gegenüber. Auf der einen Seite stehen „zwei Hände voll“, wenn der Mensch immer mehr erreichen und besitzen möchte und dabei ständig das Gefühl hat, dass es trotzdem noch nicht genug ist. Auf der anderen Seite steht „eine Hand voll mit Ruhe“. Das bedeutet hier nicht Faulheit, sondern Zufriedenheit, Frieden und die Fähigkeit zu erkennen: Ich muss nicht alles besitzen, um glücklich zu sein. Es ist nicht wie bei einem Menschen, der im Leben immer mehr erreichen möchte. Er denkt: „Wenn ich auch das noch bekomme, dann werde ich endlich zufrieden sein.“ Er erreicht es, aber die Freude hält nicht lange an, denn schon sucht er nach etwas Neuem. So schaut er immer auf das, was noch vor ihm liegt, und bemerkt dabei nicht, wie viel Gutes bereits in seinem Leben vorhanden ist. Gottes Wort erinnert uns hier daran, dass es nicht immer besser ist, mehr haben zu wollen. Oft ist es besser, zu lernen, das wertzuschätzen und zu genießen, was Gott uns bereits geschenkt hat.
Ein Mensch kann „zwei Hände voll“ besitzen und trotzdem innerlich unruhig sein. Ein anderer hat vielleicht weniger und ist dennoch dankbar und zufrieden. Wahrer Reichtum lässt sich nicht immer daran messen, was wir besitzen, sondern daran, ob wir dankbar sein können für das, was wir empfangen haben.
Dieser Vers lehrt uns auch, dass Gott nicht möchte, dass wir uns ständig antreiben und abmühen. Auch Ruhe ist ein Geschenk Gottes. Wir brauchen Zeiten, in denen wir innehalten, zurückblicken, dankbar sind und erkennen, welche guten Gaben Gott uns bis heute geschenkt hat.
„Eine Hand voll mit Ruhe“ bedeutet: Ich bin zufrieden mit dem, was Gott mir bereits gegeben hat. Ich muss nicht ständig nach mehr streben, ich muss mich nicht ständig beweisen und mich nicht mit anderen vergleichen. Durch die Weisheit Gottes darf ich innehalten und sagen: „Herr, ich danke dir für alles, was du mir bisher geschenkt hast. Ich bin dankbar dafür.“
Es ist besser, in diesem Frieden zu leben, auch mit wenigem, was Gott uns gegeben hat, als in Unruhe immer nach mehr zu streben und dabei die Freude zu verlieren.
Lasst uns in diesem Monat darüber nachdenken: – Welche Dinge hat Gott uns bereits geschenkt, für die wir besonders dankbar sein können? – Und was nimmt uns am meisten die Ruhe des Herzens – etwas, das wir vielleicht ganz bewusst in Gottes Hände legen könnten?
Euer Dániel

