„Da weinte Jesus“ Johannes 11, 35
Lieber Leser,
Unser Monatsspruch im März ist vielleicht einer der kürzesten und zugleich einer der herzbewegendsten Verse der Bibel: Dass Jesus weinte. Diese drei Worte, „Da weinte Jesus“, sagen mehr über Gottes Liebe aus als lange Erklärungen. Der Sohn Gottes betrachtet das Leiden der Menschen nicht gefühllos aus der Ferne, sondern erlebt es mit menschlichen Empfindungen und fühlt mit ihnen mit.
Jesus blieb in der Geschichte vom Tod des Lazarus kein Außenstehender. Er konnte mit den Weinenden weinen. Er lehrte nicht nur und tat nicht nur Wunder, sondern blieb stehen, wenn Menschen trauerten und weinten. Er weinte, als er die Tränen Marias sah und der Macht des Todes begegnete. Diese Szene zeigt uns, dass Christus dem Leiden gegenüber nicht gleichgültig ist, sondern dass wir einen Erlöser haben, der mit uns mitfühlt. Wie ermutigend ist das für uns! Wenn uns Verlust trifft, wenn wir Fragen haben, wenn wir Gottes Wege nicht verstehen, dürfen wir an Jesus denken, der selbst den Weg des Leidens gegangen ist. Er weiß, was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren.
Jesu Weinen zeigt uns auch, dass menschliche Gefühle kein Zeichen von Schwäche sind, sondern Teil des von Gott geschenkten Lebens. Wir müssen vor Gott nicht verbergen, wie es uns wirklich geht. Wir dürfen im Gebet mit allem zu ihm kommen – mit unseren Wunden, unserer Traurigkeit und unseren Schmerzen, genauso wie wir sie empfinden.
Zugleich ist es wichtig zu betonen, dass Jesu Tränen keine Tränen der Hoffnungslosigkeit waren. Sein Weinen blieb nicht beim Schmerz stehen. Er trat der Macht des Todes mit der göttlichen Kraft der Auferstehung entgegen. Wenige Augenblicke später wurde Lazarus vom Tod auferweckt. Das zeigt uns: Nicht die Tränen und nicht der Schmerz haben das letzte Wort. Gott ist größer als alles, sogar stärker als der Tod. Darum dürfen wir wissen, dass er eines Tages alle Tränen von unseren Augen abwischen wird. Und schon jetzt tragen wir unsere Last nicht allein, weil er bei uns ist und uns Schritt für Schritt auf unserem Weg führt.
Euer Daniel

