Kurzandacht Juli 2017

„Und ich bete darum, daß eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung,“ Phil. 1,9

Im Monatsspruch für Juli kann man in das Gebetsleben eines Menschen  hineinschauen, der besonders viele christliche Gemeinden gegründet hat und der ein sehr aktives Leben gehabt hat. Es geht hier um den Apostel Paulus; er ist sehr viel gereist, hat viele Menschen kennen gelernt und er hat immer leidenschaftlich alles dafür getan, dass die Menschen die Liebe Gottes durch Jesus Christus erfahren können. Es gab aber auch Zeiten in seinem Leben, als er die Menschen, die er einst kennen gelernt hat, nicht mehr persönlich besuchen konnte. Er war verhindert, weil er wegen seines Glaubens unschuldig in Gefangenschaft geraten war. So war es auch, als der Apostel einen Brief an die Christen in Philippi geschrieben hat. Paulus konnte diese Christen persönlich nicht unterstützen, er konnte sie nicht mit seiner Gegenwart stärken. Seine Fesseln konnten ihn aber nicht daran hindern, dass er für diese Menschen betet, die weit weg von ihm waren. Als der Apostel mit diesen Christen nicht persönlich sprechen konnte, hat er sie vor Gott gebracht und Fürbitte für sie gehalten.

Es kann immer wieder einmal vorkommen, dass der Glaube eines Menschen schwach wird, und man vielleicht unsicher wird, weil das Leben in eine Sackgasse geraten ist. Besonders in solchen Zeiten ist es gut, wenn andere Geschwister neben einem stehen und wenn man im Gebet unterstützt wird. Manchmal weiß man es ganz genau, wer einen im Gebet trägt: Eine gläubige Mutter oder ein Vater, eine liebevolle Oma oder ein Opa. Schon dieses Bewusstsein gibt Kraft und Mut, wenn man weiß, dass man nicht allein mit seinem Problem ist, dass andere beten und man im Gebet getragen wird. So wie unsere leiblichen Eltern, die uns sicher besonders lieb haben, für uns beten und wir Kinder es wissen, dass sie diesen Dienst nicht vergessen, so betet der Apostel Paulus für seine geistlichen Kinder, die durch seinen Dienst in Philippi zum Glauben gekommen sind. Auch die heutigen Gemeinden brauchen solche geistlichen Eltern und Omas und Opas im Glauben, die die jüngere Generation, die noch wenig Erfahrung hat, im Gebet trägt.

Der Apostel versichert die Gemeindemitglieder in Philippi nicht nur seiner Gebetsunterstützung, sondern er sagt ihnen auch das Thema seines Gebetes. Die Liebe steht hier an erster Stelle. In der Liebe mussten die damaligen Christen wachsen und die Liebe ist der Bereich, wo auch unser geistliches Leben heute wachsen soll. Es reicht nicht, wenn wir die Grundschule der göttliche Liebe kennen gelernt haben. Es ist wichtig, dass wir in der Erkenntnis und auch in der Erfahrung weitere Fortschritte machen. Die gestrige Erfahrung der Liebe Gottes wird nicht genügen dafür, dass unser Glaube frisch, attraktiv und lebendig bleibt. Auch in der Gegenwart brauchen wir neue Erfahrungen von Gottes Liebe.

Bei der Agape-Liebe geht es immer um so eine Liebe, die man nicht verdient hat. Es ist die Liebe, die einem nicht wegen einer Leistung entgegengebracht wird und auch nicht deshalb, weil man besonders gut war. Bei dieser Liebe, die man logisch und wissenschaftlich nicht erklären kann, können wir jetzt neue Erfahrungen machen. Wenn wir dieser Liebe begegnen, wird es auch nicht mehr so eine große Herausforderung sein, einen anderen Menschen lieb zu haben, der uns vielleicht gar nicht sympathisch ist. Lasst uns in diesem Monat füreinander beten, damit diese göttliche Liebe unter uns immer mehr wachsen kann.

Euer Daniel

 

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